WasserDer Rhein, der den See aus den Alpen füllt und ihn bei Konstanz verlässt, Obersee, Untersee und der Seerhein, der sie verbindet – und das milde, feuchte Klima, das der große Wasserkörper über seine Ufer legt.
GlaubeDie Benediktinerinsel Reichenau mit ihrer frühmittelalterlichen Gelehrsamkeit, die Missionsheiligen des Sees und das Konstanzer Konzil, das die Stadt vier Jahre lang zum Mittelpunkt der lateinischen Christenheit machte.
GrenzeDrei Länder an einem Ufer: Konstanz, verwachsen mit dem schweizerischen Kreuzlingen, Lindau und Bregenz Seite an Seite – und Jahrhunderte des Handelns, Übersetzens und Schmuggelns über eine offene Wassergrenze.
GartenWas das milde Klima wachsen lässt: die Terrassenweinberge über Meersburg, die Obstwiesen und die Frühjahrsblüte des Ufers, die Blumeninsel Mainau und die Gemüsegärten der „Gemüseinsel“ Reichenau.
Zeitloser KulturguideDer Bodensee
Ein quellengestützter Kulturguide zum Bodensee: der Dreiländersee mit Obersee, Untersee und Seerhein, der Rhein, der ihn füllt und wieder verlässt, die Klosterinsel Reichenau und die Blumeninsel Mainau, das Konstanzer Konzil und die mittelalterlichen Städte Konstanz, Meersburg und Lindau, die Fischerei-, Wein- und Obstkultur eines milden Ufers – und der grenzüberschreitende Alltag eines Sees mit drei Länderufern.
Zum Guide
Ein See, drei Länder
Über die offene Seefläche ist keine Grenze gezogen; Konstanz geht unmittelbar in das schweizerische Kreuzlingen über, und Lindau liegt neben dem österreichischen Bregenz. Der Bodensee ist eine einzige Region mit drei nationalen Rändern – und so gelesen erschließt er sich.
Die weite Stelle des Rheins
Der Rhein füllt den See aus den Alpen und verlässt ihn bei Konstanz; er teilt das Wasser in den offenen Obersee und den stillen Untersee. Der See speichert Trinkwasser für Millionen und verbreitet das milde, feuchte Klima, das Reben und Obstwiesen gedeihen lässt.
Die Klosterinsel
Das 724 gegründete Kloster Reichenau war eines der geistigen Zentren des frühmittelalterlichen Abendlands. Seine drei romanischen Kirchen und das Gedächtnis seines Skriptoriums trugen der Insel im Jahr 2000 die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe ein.
Die Konzilstadt
Zwischen 1414 und 1418 beendete das Konstanzer Konzil das Schisma der rivalisierenden Päpste und machte Konstanz für kurze Zeit zum Mittelpunkt der lateinischen Christenheit – und es ließ 1415 den Reformator Jan Hus verbrennen, eine Geschichte, die die Stadt offen ausspricht.
Das kultivierte Ufer
Terrassenweinberge über Meersburg, Obstwiesen in der Frühjahrsblüte, die Blumeninsel Mainau und die Gemüsegärten der Reichenau machen den Bodensee zum Gartensee – mild, bewirtschaftet und grün – statt zu einem wilden Alpensee.